Konzept für wen?

Die interdisziplinäre Leitlinie Kindeswohl ist ein junges, engagiertes Projekt zur Einleitung eines Paradigmenwechsels in der Kinder- und Jugendhilfe. Beginnend mit ersten Werkzeugen werden wir sukzesive mehr Matrialien online stellen.

Die Leitlinie richtet sich zunächst primär an die Kolleginnen und Kollegen der Kinder- und Jugendhilfe an den Bezirksverwaltungsbehörden, den Oberbehörden sowie den freien und privaten Trägern /Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe in Österreich.
Im Zentrum steht ein kindzentrierter Fokus in der gesamten Hilfeplanung. Die Orientierung an den Bedürfnissen der Kinder gibt die Linie vor. Die Falleinrodnung im Rahmen der Leitlinie Kindeswohl soll ein transparentes und partizipatives Vorgehen im Hilfeverlauf unterstützen. Eng am gesetzlichen Rahmen orientiert helfen sie Fachkräften dabei, eine gemeinsames Verständnis der Hilferelevanten Eckpunkte mit der Familie herzustellen. Die Sorgen um ds Kind müssen klar sein, ebenso wie der gesetzliche Rahmen, wenn gemeinsam mögliche Lösungen erarbeitet werden sollen. Die Leitlinie Kindeswohl kann somit als Basis für Hilfeplangespräche, Familienrat oder zur Orientierung in der in einem Fall vorliegenden Information verwendet werden.


Die jüngeren Entwicklungen in der Kinder- und Jugendhilfe, die tragischen Fälle der Vergangenheit und die Aufarbeitung der Heimerziehung haben in der Konsequenz eine massive Orientierung an Gefährdungsmomenten zur Folge gehabt.  Dies führte zu erheblichen Verbesserungen in den laufenden Standards (zB Vier-Augen-Prinzip und Beteiligung der Betroffenen) aber blieb im Fokus letztlich an der Gefährdungssituation hängen.

Nunmehr ist es Zeit die nächste Entwicklungsstufe in der Hilfeplanung zu gehen und den Fokus vielmehr auf die Bedürfnisse der Kinder zu legen und den alles überlagernden Schutzgedanken wieder auf ein gesundes Maß zu reduzieren. Die Basis hierfür bietet der Gesetzgeber im § 138 ABGB. Die Leitlinie Kindeswohl bietet auf dieser Basis das entsprechende Konzept zur Kindzentrierten Fallbearbeitung.


In der erweiterten Zielgruppe befinden sich alle Personen die der Meldepflicht nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz unterliegen. Das Konzept bietet eine Leitlinie im Alltag der verschiedenen Professionen (Gesundheit, Bildung …) zum Erkennen und dem richtigen Benennen von Umständen, die auf eine Kindeswohlgefährdung hindeuten können. Dabei wird der Fokus auf die Bedürfnisse des Kindes gelenkt und eine entsprechende Anleitung zur kollegialen Beratung und der Planung der weiteren Schritte gegeben.